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Treffen Sie Jørgen Mads Clausen

Pack den Alltag aus!

Es war ein alter Traum, der in Erfüllung ging, als Jørgen Mads Clausen 2005 seinen Erlebnispark Danfoss Universe zusammen mit u. a. Kronprinz Frederik und Kronprinzessin Mary einweihen konnte.

Bereits Mitte der 90er Jahre hatte der Danfoss-Chef die Idee, einen Park zu schaffen, in dem Naturwissenschaft und Technologie im Brennpunkt stehen sollten, und im Jahr 2000 kaufte er auf der EXPO in Hannover den Blauen Kubus, der seither zu einem der Wahrzeichen des Parks geworden ist.

Zusammen mit seiner Frau Anette Clausen, die heute Vorstandsvorsitzende von Danfoss Universe ist, war er die treibende Kraft hinter dem Erlebnispark, der vom Bitten und Mads Clausens Fonds finanziert wurde.
 
"Heute haben wir das Problem, dass sich die Leute für Natur und Technik nicht interessieren, weil sie nicht sehen können, wie die Dinge funktionieren", meint Jørgen Mads Clausen.

"In meiner Kindheit war das ganz anders, da konnte ich einen Wecker auseinandernehmen, konnte die kleine Unruhe darin sehen und verstehen, wie sie die Uhr zum gleichmäßigen Schlagen brachte. Das Hineinschauen war ein Aha-Erlebnis, und wenn ich dann entdeckte, wie sie funktionierte, dann sagte ich Wow, und ich konnte mir das merken. Doch wer weiß heute, wie ein Discman funktioniert? Das tun nicht viele, weil man ihn ja nicht auseinander nehmen kann, und wenn man es trotzdem tut, dann ist er kaputt - und innen drin findet man dann so ein paar schwarze Klumpen, von denen man auch nicht weiß, wie sie funktionieren."

"Ich bin ganz klar der Auffassung, dass die Tatsache, dass man nicht sehen kann, wie die Technik funktioniert, ein echtes Problem ist, das dazu führt, dass zu wenig Ingenieure ausgebildet werden. Und genau deswegen ist der Park als Ort gedacht, wo man die Technik anschaulich machen kann. Wir müssen jungen Menschen einen Menge Aha- und Wow-Erlebnisse geben, das ist die beste Art zu lernen. Wir alle kennen das Wow-Erlebnis, plötzlich etwas zu verstehen oder etwas Neues tun zu können. Das setzt sich in einem richtig fest und prägt für den Rest des Lebens. Vielleicht bekommt man sogar Lust, mit Naturwissenschaft weiterzumachen - oder vielleicht macht man selbst ein paar Erfindungen und startet irgendwann in ein paar Jahren sein eigenes Unternehmen."

Ist es ein Park für die Genies und Streber der Klasse?

"Nein, er ist für alle - auch für Mädchen. Es ist kein Vergnügungspark, doch es soll interessant sein und deshalb soll es auch lustig sein. Wir haben Wert darauf gelegt, dass man alles selbst ausprobieren kann, und dass man kein Schild mit Erklärungen lesen muss. Wir wissen, dass man in dem Alter nicht erst einen Text lesen will. Man will mal hierhin, mal dorthin, das eine und dann das nächste ausprobieren. Es ist keine systematische Ausbildung, und es besteht keine Schulpflicht. Es ist als Appetitwecker gedacht, der den jungen Leuten hoffentlich Lust macht, zu Hause oder in der Schule weiter zu forschen."

"Wir wollen uns auch systematisch darum kümmern, dass Schulklassen kommen. Es wird ein Schulprogramm geben, bei dem die Klassen in der Zeit, in der sie im Park sind, bestimmte Aufgaben lösen können, und es wird Dinge geben, die sie vorbereiten können, ehe sie hierher kommen, und Projekte, die sie anschließend durchführen können."

Welchen Zweck verfolgt der Bau des Parks?

"Abgesehen von den genannten Aha- und Wow-Erlebnissen für die jungen Leute, so soll er auch für regionale Entwicklung sorgen. Er ist Teil eines Tourismusschwerpunkts im südlichen Dänemark. Wir wollen gerne, dass sich der Park rentiert, und er sollte auch für positive Effekte in der Region sorgen, z. B. mehr Übernachtungsgäste hierher ziehen. Außerdem soll er Danfoss als Marke stärken. Nicht nur dadurch, dass ein paar Logos im Park zu sehen sind, sondern auch dadurch, dass wir zeigen, dass wir daran denken, Interesse für Naturwissenschaft zu schaffen. Meines Wissens gibt es kein anderes Industrieunternehmen in der Welt, das bereits darauf gekommen ist."

Warum ist es wichtig, Interesse für Naturwissenschaft zu schaffen?

"Wir alle wollen gern die Wohlstandsgesellschaft, doch das setzt voraus, dass wir eine blühende Industrie haben, die die Basis für den Wohlstand erzeugt. Und das wiederum setzt voraus, dass wir die Globalisierung überleben können. Unsere Produkte müssen einen hohen Gehalt an Wissen haben, und daher benötigen wir mehr Technologen - also Ingenieure und Naturwissenschaftler - die diese neuen Produkte erfinden können, die wir zum Überleben benötigen. Wenn nicht genügend Ingenieure ausgebildet werden, geht es in die falsche Richtung. Wir können ohne Spitzentechnologie nicht existieren, unsere Gesellschaft basiert auf Spitzentechnologie."

Sie sind Vorsitzender des Innovationsrats und arbeiten in vielen Zusammenhängen, um Erfindungsgeist und Unternehmertum zu fördern. Wird dies auch ein Teil von Danfoss Universe?

"Bis jetzt haben wir ihm diese Dimension nicht geben können, dass wir direkt anschaulich machen, wie man ein Unternehmen startet. Im Park kann man sehen, wie mein Vater anfing. Es ist der Geburtsort meines Vaters und gleichzeitig der Geburtsort von Danfoss; man kann sein Büro sehen, das sein Kinderzimmer war, und man kann die großen Fabriken außerhalb des Parks sehen. Alles wurde von Null an gestartet, von einem Mann fast ohne eine Krone in der Tasche - und das ist auch heute machbar! Das ist die Inspiration, die wir mit dem Park gerne mitgeben wollen."

"Auf etwas längere Sicht haben wir Pläne, ein - wie wir es nennen - "Fab-Lab" einzurichten, wo man etwas auf einem Computer entwerfen und dann ausdrucken kann. Doch der Entwurf kommt nicht als Papierausdruck heraus, sondern als 3-dimensionale Kunststofffigur. Die Daten gehen an einen 3D-Drucker. Er verwendet eine flüssige Kunststoffmasse, die man mit einem Lichtstrahl zum Aushärten bringt, und auf diese Weise kann man eine Figur Schicht für Schicht aus gehärtetem Kunststoff aufbauen. Das nennt man auch "rapid prototyping". Es dauert vielleicht eine Stunde, eine Figur auszudrucken, doch es ist viel schneller als wenn man sie auf einer Drehbank anfertigen müsste. Wir stellen uns vor, dass junge Menschen, die eine Idee haben, sie am Computer umsetzen und das Produkt dann hier und jetzt machen können. Dann haben sie einen Prototypen, den sie eventuell verkaufen können - und wenn das gelingt, können sie den nächsten Schritt gehen und effektiver produzieren."

"Generell beschäftigen wir uns sehr damit, wie man am besten und effektivsten lernt, so dass es viele Jahre sitzen bleibt. Es geht um Kreativität und darum, dass das Lernen mehrere Sinne einbeziehen muss, wie im Fab-Lab beispielsweise, indem man mit einem Computer arbeitet, indem man mit den richtigen physischen Dingen arbeitet, indem man etwas liest und etwas auf Video sieht. Alles in allem sorgt das dafür, dass man vielleicht einen intensiveren Lernprozess erhält."

Haben Sie darüber nachgedacht, den Park an einer zentraleren Stelle als im Norden von Als zu errichten?

"Wir haben irgendwann berechnet, dass wir doppelt so viele Besucher bekommen könnten, wenn wir den Park in Kliplev direkt an der Autobahn E45 platzieren würden, und das war natürlich ein sehr verlockender Gedanke. Doch es gibt nur einen Ort, an dem Danfoss gegründet wurde, und das ist hier oben. Wenn man eine Kopie von dem Büro meines Vaters in Kliplev gebaut hätte, wäre das nicht dasselbe gewesen. Wir haben von anderen Museen gehört, dass Kopien und Nachbildungen nicht dieselbe magnetische Anziehungskraft wie die echten Dinge haben. Es ist also wirklich wichtig, dass wir hier sind."

 

 
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Jørgen Mads Clausen.


Online set dem: 19.07.2007
Letzter Update: 28.08.2007
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