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Labor des Lebens: Surtsey

Im Jahre 1963 konnten Vulkanologen ein seltenes Spektakel beobachten: Ein unterseeischer Vulkanausbruch schuf eine neue Insel im Meer bei Island. Sie wurde Surtsey genannt, nach Surtur, dem Feuerriesen aus der isländischen Mythologie.

Die Forscher faszinierte nicht der Ausbruch als solcher, sondern die neu entstandene Insel. Sie bot ihnen die einmalige Chance zu erforschen, wie sich Tiere und Pflanzen neu ansiedeln.

1965 wurde Surtsey zum Forschungsgebiet erklärt. Nur Wissenschaftler und wenige Journalisten dürfen die Insel seither betreten.

 
Was geschah dann?

Das Leben siedelte sich langsam an. Die ersten Moose und Flechten erschienen schon 1965, und andere Pflanzen folgten - aber für lange Zeit war das alles.

Erst 1975 fand man die ersten Insekten. Ein Jahrzehnt später nisteten Möwen, und nun verbesserte sich der Boden. Es stellte sich heraus, dass Möwen bei der Besiedelung neuer Inseln eine wichtige Rolle spielen: Sie düngen den Boden und tragen Samen und Mikroorganismen in ihren Mägen und Federn.

Schon gewusst?

Im Jahre 1967 schloss der schwedische Biologe Lindroth eine Wette ab: Er glaubte, dass Pflanzensamen von der benachbarten Insel Heimaey nach Surtsey schwimmen könnten. Als Beweis ließ er sich von einer Spielwarenfirma mit 10 Millionen Plastikperlen sponsern, diese wurden auf Heimaey ins Meer geworfen.

Eine Woche später war der Strand in Surtsey mit gelben Plastikperlen übersät. Kurz danach keimte die erste Pflanze aus Heimaey: Lindroth hatte die Wette gewonnen.

 

 
Vulkanlandschaft

Als die isländische Insel Surtsey durch einen Vulkanausbruch entstand, entschied man sich, dort ein einzigartiges wissenschaftliches Experiment durchzuführen.


Online set dem: 19.06.2007
Letzter Update: 15.12.2008
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